Road Trip durch die Popkultur

Für Journalistin Pat geht ein Traum in Erfüllung: Ihre Redaktion schickt sie nach Kalifornien, um über das berühmte Coachalla-Festival zu berichten. Doch Kalifornien hat für Pat einen zusätzlichen Reiz: Sie hat immer davon geträumt, als Hochzeitsreise einen Road Trip durch den Staat zu machen. Doch leider ist die Mittdreißigerin noch immer weit entfernt von der Ehe. Spontan beschließt sie: Eigentlich braucht man für eine Hochzeitsreise ja nicht zwingend einen Ehemann…

Das Buch „Honeymoon mit mir“ von Henriette Frädrich beschreibt also genau das: Pats Reise durch Kalifornien, allein in einem großen Truck, und damit die Reise zu ihr selbst. Denn durch das Abenteuer erfährt Pat langsam aber sicher, dass sie zum Glück keinen festen Partner braucht – erleben kann sie auch alleine jede Menge.

Soweit die Theorie, und soweit hört sich das Buch ja auch nicht schlecht an. Leider dauert es unendlich lange, bis die Geschichte in Fahrt kommt. Der Besuch des Festivals wird gefühlt ewig vorbereitet, das Festival selbst in wenigen Sätzen abgehandelt. Erst dann beginnt der titelgebende „Honeymoon“, mehr Luxusurlaub als Selbstfindungstrip. Denn Pat plündert erst mal ihr Konto, um sich chice Unterkünfte genauso wie gutes Essen und natürlich den Leih-Truck leisten zu können.

Die Reise führt die Journalistin dann durch diverse Locations, die allesamt wie ein Werbeprospekt für die amerikanische Westküste wirken. Immer begleitet wird sie dabei von einem Engelchen und einem Teufelchen auf ihrer Schulter sowie einer Playlist, die – so ein Zufall – fast immer genau die Stimmung der Reisenden trifft. Der Leser bekommt also einen wahren Triptychon der Erzählklischees geliefert.

Die einzelnen Stationen, die Pat während ihrer Reise erreicht, sind zwar nett, aber eigentlich wenig aufregend. Es ergeben sich immer wieder Gespräche, jeder ist nett und hilfsbereit, und jeder Mann sieht natürlich gut aus und will Pat flachlegen, was in den meisten Fällen auch gelingt. Aufgefüllt wird der dünne Handlungsstrang durch Gedanken der Hauptperson zu einfach allem. Diese werden auf unendlichen Seiten ausgewalzt, genauso wie einige Telefonate mit ihrer Freundin Tammy in Deutschland. Gerade diese Abschweifungen verpassen dem Buch eine Schwerfälligkeit, sodass sich die rund 300 Seiten anführen wie fast 1000.

Insofern fällt es mir schwer, das Buch wirklich zu empfehlen – zu umständlich, dröge und wenig zielführend sind die Erzählungen. Fairerweise möchte ich aber erwähnen, dass viele Rezensenten genau das mochten: die Einblicke in den Hauptcharakter und die damit verbundene, scheinbar bei vielen gelungene, Identifikation mit dem Hauptcharakter. Und zu Tode gelangweilt habe ich mich schließlich auch nicht 😉

Zum Buch

Für 4,99 Euro gibt es das E-Book, für 11,90 Euro das Taschenbuch – unter anderem bei Amazon (gesponserter Link/Werbung).

Honeymoon mit mir als Amazing Summer Read

Da in Kalifornien im April schon sehr gutes Wetter herrscht, geht dieses Buch als Sommerbuch durch – und der Road Trip trifft das Monatsthema. 2 von 5 Punkte und eine sehr eingeschränkte Leseempfehlung gibt es von mir. Hier geht’s zur Challenge-Seite.

Barbara

Über Barbara

Barbara ist eigentlich Übersetzerin, treibt sich aber in letzter Zeit vermehrt im journalistischen Bereich herum. Ansonsten nimmt sie gerne Zeichenstifte oder seit Neuestem auch ihre Canon EOS 700D in die Hand.

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