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Über Wanda

Wanda lebt eigentlich in der Schweiz und studiert Germanistik und Anglistik, die Vorliebe für alles Britische zieht sie diesen Herbst jedoch in den angelsächsischen Sprachraum, wo sie im Klassenraum kreativ werden wird. Wenn sie sich nicht gerade dem Sprachunterricht widmet, wendet sie sich gerne auch musischeren Disziplinen zu.

Ein vielseitiger Bär namens Paddington

Es gibt wohl zweierlei Arten von Menschen: Jene, die beim Namen „Paddington“ an den Bahnhof in Westlondon denken, und jene, die sofort einen kleinen, wuscheligen und besonders tollpatschigen Bären aus „Darkest Peru“ vor sich sehen. Paddington ist ein weit umhergekommener Bär: Er ist nicht nur von Südamerika nach England gereist, sondern hat über die Jahre auch medial ziemlich viel gesehen.

Die einen kennen Paddington aus dem Kino, wie z. B. auch die Teilzeitkreativ-Autorin Tabea, die anfang April über den Kinofilm „Paddington“ berichtet hat; andere erinnern sich an den in Stop-Motion über den Bildschirm huschenden Paddington aus der gleichnamigen Kinderserie aus den 70er und 80er Jahren; und manche lernen den sympathischen Bären auch in den Büchern von Michael Bond kennen, der 1958 das erste Paddington-Buch, „A Bear Called Paddington“, veröffentlichte und damit den Grundstein einer multimedialen Erfolgsgeschichte legte.

Diese Paddingtonfigur wurde von Michael Bond selbst gestaltet und steht heute im Paddington Shop am Paddington Bahnhof.
Diese Paddingtonfigur wurde von Michael Bond selbst gestaltet und steht heute im Paddington Shop am Paddington Bahnhof.

Paddington wurde über die Jahre so beliebt, dass man selbst am Bahnhof Paddington, der dem Bären als Namensgeber diente, dem Eindruck nicht entgehen kann, Paddington Bär sei heute tatsächlich bekannter als der Bahnhof selbst: Auf Gleis 1 befindet sich eine oft besuchte Statue des Charakters Michael Bonds, der Bahnhof hat einen modern eingerichteten „Paddington Bear Shop“ und zur Feier des Kinofilms wurde im Winter 2014 ein „Paddington Trail“ eröffnet, auf dem von verschiedenen Künstlern gestaltete Paddingtonfiguren auf den Londoner Strassen standen.

Die Abbildungen von Paddington gehören so zu dem Bären wie die Marmeladensandwiches – als Kinderbücher konzipiert, waren die Paddington-Bücher immer schon mit Illustrationen ausgestattet. Die 13-bändige Buchreihe wurde von Peggy Fortnum und R.W. Alley illustriert, wobei erstere Paddington bis und mit zum elften Band begleitete und Alley erst die bedeutend später erschienen Bände 12 und 13 sowie andere Buchpublikationen illustrierte.

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Paddingtonbank in der Form eines Buches der Künstlerin Michelle Heron am Paddington Bahnhof

Viele Leser der Paddington-Bücher hatten nicht nur mit dem Illustratorenwechsel, sondern auch mit dem zeitlichen Fortschritt der Erzählungen zu Kämpfen: Von den manchmal sehr idyllischen und noch sehr analogen Zeiten der ersten Bücher eingelullt, erschrak so mancher Paddingtonfreund, als im 2008 erschienen „Paddington Here and Now“ plötzlich Mobiltelefone vorkamen. Im vorerst letzten Band der Reihe, „Paddington Races Ahead“, ist man dann schon etwas daran gewöhnt – und erfreut sich an Paddingtons Kampf mit den Tücken des modernen öffentlichen Verkehrs, als er versucht, mit einer echten Auster anstatt mit einer Oyster Card, Bus zu fahren.

Alltägliche Ungeschicklichkeiten, Missverständnisse durch die Zweideutigkeit von Sprache, Selbstüberschätzung und gute Absichten, die in kleinen Katastrophen enden, gehören einfach zu Paddington und machen jedes Buch zu einer genussvollen, leichten und lustigen Lektüre, die vom düsteren Alltag ablenkt, einem die Sorgen nimmt und einfach glücklich macht. Her mit dem Kakao und den Semmeln, eine (literarische) Auszeit ist angesagt!

Peggy Langhans‘ vielseitiger Debütroman

Dass das Leben als erfolgreiche Autorin nicht nur von Erfolg und Bestätigung geprägt ist, zeigt Peggy Langhans’ Debütroman Die Seele der Steine. Darin begleiten wir die fiktive Autorenfigur Barbara Benoit, die den Durchbruch als Autorin zwar geschafft hat, aber dennoch mit sich und ihren Werken hadert. Das 2014 im Schardt Verlag erschienene Buch wurde Teilzeitkreativ zur Rezension zur Verfügung gestellt.

Die Seele der Steine von Peggy Langhans

Die 62-jährige Barbara Benoit ist eine erfolgreiche Autorin: Ihre Bücher verkaufen sich jeweils zügig und in grossen Mengen, sie fährt auf Lesereisen und ihr Verleger wartet — kaum ist ein Buch erschienen — bereits gespannt auf ihr neues Werk. Als Barbara der jungen Annika begegnet, offenbart sich, dass vieles in Barbaras Leben nicht im Lot steht. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine Reise in die Vergangenheit, um das Leben von Barbaras Eltern schriftlich festzuhalten.

Kunst als Arbeit

“Ihre Bücher sind nicht das, was sie als Literatur bezeichnen würde. Auch wenn die Kritiker sie gern vom Gegenteil überzeugen wollen, sieht sie in ihren Werken eher zynische Betrachtungen der verschiedenen Gesellschaften. […] Letztendlich aber verdankt sie ihre Karriere ihrem Verleger Jean”. (Seite 12-13)

Erfolg für Kunstschaffende ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit: Das wird schon früh im Roman zum Thema. Begriffe wie “Erfolg” oder “Literatur” sind stark subjektiv: Was Kritiker in den Himmel loben, mag für eine Autorin selbst stets unvollkommen bleiben und die Vermarktung eines solchen imperfekten Werks ist schwierig. Ein Einblick in Barbaras Gedankenwelt zeigt: Sie hat keinen Spass bei der Vermarktung ihres Werkes, ist der immer gleich bleibenden Fragen überdrüssig und spürt den Druck, bald mit neuen Texten aufzuwarten. So negativ diese Punkte klingen — Langhans greift auch die schönen Seiten eines kreativen Berufs auf: Die Passion des Schreibens, die Geschichten, denen so Leben eingehaucht wird, das gute Gefühl, einen Text zu Ende gebracht zu haben. Dennoch werden in Die Seele der Steine eher die Stolpersteine des Autorseins aufgezeigt als die schönen Seiten dessen.

Ein Füllhorn an Geschichtssträngen

Der Roman hält jedoch auch andere Themen bereit: Wir lernen Barbara als Menschen kennen, der mit vielem im Unreinen ist. Zusätzlich webt Langhans in ihre Grundgeschichte einen Bezug auf den zweiten Weltkrieg ein, benutzt Steine und deren symbolische Bedeutung zur Erweiterung des Plots, entführt uns nicht nur in die Gedanken-, sondern auch in die Traumwelt Barbaras und gibt der Handlung und den Figuren zum Schluss mit privaten Verwirrungen den Gong. Die Themenvielfalt wird dem Roman zum Verhängnis: Der Umfang von rund 190 Seiten ist nicht ausreichend, um alle Stränge der Geschichte richtig einzuführen, geschweige denn, sie richtig auszuarbeiten und ausklingen zu lassen. Das ist schade: Einige der Aspekte des Romans wären bestimmt spannend gewesen, wären sie mehr ausgeführt worden.

Lyrische und filmische Prosa

So unruhig die inhaltliche Gestaltung des Buches wirkt, eröffnet sich auch Langhans’ Stil: Gerade in der ersten Hälfte des Romans wirkt die Erzählung stark fragmentarisch-episodisch und gewollt konstruiert. Der Schreibstil ist einschublastig und phrasenhaft und wirkt stellenweise bemüht literarisch. Im Gesamten wirkt die Geschichte im falschen Medium gefangen: Der Eindruck, dass die Geschichte auf dem Bildschirm oder der Theaterbühne besser aufgehoben wäre, entsteht an zahlreichen Stellen. Stellt man sich die Geschichte gespielt vor, erhalten Langhans’ filmisches Erzählen im zweiten Teil des Romans und die meist flüssigen Dialoge mehr Leben und das staubig-lyrische verliert etwas an Gewicht.

Fazit

Zum Schluss bleibt ein gemischter Eindruck: Viele Entfaltungsmöglichkeit auf der inhaltlichen Ebene wurden zwar aufgetan, aber nicht ausgeschöpft. Der Schreibstil erinnert eher an Lyrik und Drama als an Prosa: So wirkt die Geschichte an vielen Stellen im Medium Roman gefangen. Als Theaterstück oder Film würde die Geschichte vermutlich besser funktionieren. Alles in allem ein interessantes Debüt, dem an Kohärenz leider mangelt, das aber dennoch Charme und vor allem viel Potential hat.

35 Millimeter – Das Retro-Film-Magazin

Die Produkte der ersten 70 Jahre der Filmgeschichte, also jene Filme, welche zwischen 1895 und 1965 produziert wurden, sind Gegenstand des seit Anfang 2014 publizierten Retro-Film-Magazins 35 Millimeter. Letzte Woche hat Barbara mit Jörg Mathieu, dem Herausgeber des Magazins, ein Interview geführt. Nun folgt der Kommentar zur Zeitschrift 35 Millimeter, welche unter Mithilfe zahlreicher redaktioneller Mitarbeiter alle zwei Monate im Eigenverlag erscheint.

35-Millimeter

Ein sympathischer erster Eindruck

Auf den ersten Blick machen die Ausgaben von 35 Millimeter einen sympathischen Eindruck: Das A4-Format, der relativ schmale Umfang von rund 40 gut gefüllten Seiten und das in grau gehaltene Cover erwecken den Eindruck eines sich erst noch etablierenden, unverfälschten Mediums, welches von Menschen mit viel Einsatz und Herzblut produziert wird. Dass mit vielen verschiedenen Fonts gearbeitet wird und das Titelbild mehrheitlich in Gratönen gehalten ist, erschwert leider etwas die Lesbarkeit, dennoch gewinnt das Magazin mit dem dominanten Header (in dem Titel und Untertitel des Magazins sowie einige weitere Metadaten zum Heft aufgeführt sind) über dem zentralen Titelbild an Wiedererkennungswert. Der Druck des Heftes wirkt hochwertig: Es liegt gut in der Hand, die Qualität des leicht glänzenden Papiers ist sehr gut. Farben innerhalb der Zeitschrift treten deutlich und strahlend hervor, die Schrift ist sauber gedruckt. Die zweispaltige Textaufteilung dient als Lesehilfe; die gewählte Schriftart ist jedoch relativ eng und ab und zu etwas zu klein gesetzt, damit ein unbeschwertes Lesen möglich ist. Typographisch ist das Heft aufwendig gestaltet: Es wird stark mit Hervorhebungen und Farben gearbeitet, zum Beispiel werden wichtige Namen fett und farbig hervorgehoben.

Eine faszinierende Themenvielfalt

Die “inneren Werte” von 35 Millimeter liegen eindeutig in der grossen Themenvielfalt, welche abgedeckt wird. Obwohl man denken könnte, dass die ersten 70 Jahre der Filmgeschichte nicht genug Stoff bieten, trumpfen die Autoren und Autorinnen der Zeitschrift mit Artikeln zu den verschiedensten Themen auf: Technische Entwicklungen, wie zum Beispiel Farbfilme oder Ton und Musik im Film, werden genauso zum Thema wie konkrete Individuen der Filmgeschichte, Schauspieler oder Regisseure etwa. Gleichzeitig wird aber auch der Bogen zum Hier und Jetzt geschlagen: Welche Filme sind kürzlich neu auf DVD oder Blu-ray erschienen? Wie kann alten Filmen neues Leben eingehaucht werden? Gibt es laufende oder kommende Veranstaltungen, die sich dem “Retro-Film” widmen? Auch Antworten auf solche Fragen sind Inhalt von 35 Millimeter.

Grosszügig illustrierte Individualität

Genauso vielfältig wie die behandelten Themen, ist auch das Layout innerhalb der Zeitschrift. Jeder Artikel hat sein eigenes Thema — sowohl formal als auch inhaltlich. Das Heft verliert so an Einheitlichkeit, dafür wird jeder Artikel in einem massgeschneiderten Anzug gekleidet. Auch auf der stilistischen Ebene bietet 35 Millimeter eine grosse Vielzahl an verschiedenen Textsorten (Interviews, Filmvorstellungen und -rezensionen, Artikel zu bestimmten Schwerpunkten etc.) und Schreibstilen. Je nach Autor sind die Artikel fachmännisch-akademisch oder laienhaft-begeistert abgefasst, jedoch nie lieblos und generell in einer angemessenen Länge und Ausführlichkeit.

Gerade für ein Film-Magazin scheinen Bilder von grosser Wichtigkeit, denn es wird ja über das (bewegte) Bild getextet. In der Tat finden in 35 Millimeter zahlreiche Abbildungen Verwendung: Da gibt es Filmplakate, Screenshots, Fotografien von wichtigen Akteuren der Filmgeschichte und so weiter und so fort. 35 Millimeter kann also keineswegs vorgeworfen werden, zu wenig Anschauungsmaterial zur Verfügung zu stellen. Einziger Kritikpunkt bezüglich der Bilder ist die manchmal sehr grosse Masse nicht kommentierter oder betitelter Bilder: Ein kurzer Beschrieb unter den verwendeten Abbildungen würde eine Zuordnung zu im Text erwähnten Titeln erleichtern.

Fazit

35 Millimeter ist ein durchwegs spannendes und informatives Lesevergnügen, welches mit einer grossen Anzahl verschiedener Themen und Schwerpunkte zu punkten weiss. Die Mischung verschiedener Textsorten wie Interviews, Artikel, Berichte usw. ist ausgewogen und dem Publikum werden Artikel in zahlreichen Längen angeboten — die Lektüre wird somit nicht langweilig. 35 Millimeter bietet viele Informationen rund um den “Retro-Film”, welche sowohl für Filmliebhaber als auch für Laien verständlich, lehrreich und faszinierend sind. Zahlreiche Abbildungen vertiefen das Verständnis und die klare inhaltliche Aufteilung des Heftes gibt Struktur. Kommentare zu aktuellen Geschehnissen rund um den “Retro-Film” schlagen die Brücke zum Hier und Jetzt. Alles in allem eine gelungene Zeitschrift, die dank ihrem zarten Alter von erst vier Ausgaben durchaus noch Potential zur Optimierung aufweist und an konstruktiver Kritik — gerade durch die eigene Leserschaft — wachsen kann.

Mehr Informationen im Internet: 35 Millimeter – das Retro-Filmmagazin


Bei diesem Artikel handelt es sich um einen gesponsorten Beitrag.

Sommernudelpfanne mit Zucchini und Tomaten

Das Rezept für diese cremig-frische Sommernudelpfanne mit Zucchini und Tomaten entstand an einem lauen Sommerabend. Die Finesse des Gerichts liegt in seiner Einfachheit: Kreiert wurde es mit Zutaten, die leicht erhältlich und unkompliziert in ihrer Verarbeitung sind. Die Vollkornnudeln sättigen langanhaltend; die Tomaten, das Basilikum und der Knoblauch sind Reminiszenz an eine mediterrane Lebensfreude, die sich mit der Milde der Zucchini und dem Bodenständigen der Milchprodukte zu einem Ganzen fügt. Die Sommernudelpfanne ist innerhalb von 15 Minuten servierbereit.

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Zutaten für 1 Person

  • 50g bis 100g Vollkornnudeln
  • 1 Zucchini
  • 1 Tomate
  • 50ml bis 100ml Doppel- oder Vollrahm
  • etwas Halbhart- bis Hartkäse, frisches Basilikum, 1 Knoblauchzehe

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Zubereitung

Wasser für Nudeln aufsetzen, salzen und Nudeln hinzufügen, sobald das Wasser kocht. Während die Nudeln kochen, Gemüse rüsten: Tomaten in kleine Würfel schneiden, Zucchini mit dem Sparschäler in längliche, dünne Streifen schneiden. Die Zucchini kann, muss aber nicht, vorher geschält werden. Basilikum und Knoblauch fein hacken. Wahlweise kann die Knoblauchzehe auch später gepresst werden.

Wenn die Nudeln al dente gekocht sind, Wasser abgiessen und die Pfanne zurück auf die warme Herdplatte stellen. Tomatenstücke und Zucchinistreifen hinzugeben und rühren, bis das Gemüse etwas in sich zusammenfällt. Rahm hinzugeben, Käse in die Pfanne reiben und umrühren. Anschliessend das Basilikum und den Knoblauch beimengen. Umrühren und warm servieren.